Mittwoch, 26. August 2009

Borneo (Malaysia)




Mit großer Vorfreude konnten wir Mitte Juli unseren ersten Besuch, Nina und Marco aus Hamburg, vom Flughafen abholen. Nach drei Tagen Singapur ging's dann zusammen auf den geplanten Borneo Trip.
Borneo ist nach Grönland und Neuguinea die drittgrößte Insel der Welt und gehört zu drei Staaten: Brunei, Malaysia und Indonesien. Unsere Reise führte durch die beiden malaysischen Bundesstaaten Sabah und Sarawak. Der Urlaub war super!
In Kota Kinabalu (Hauptstadt von Sabah) gelandet, ging's ins erste Hotel. Aber nur für eine Übernachtung, da es am nächsten Morgen früh mit dem Bus zum ersten richtigen Ziel gehen sollte: Sepilok! Nach sechstündiger Busfahrt und Mittagspause im Nirgendwo kamen wir in Sepilok an und wurden auch just an einer Strasse irgendwo in der Nähe unserer nächsten Unterkunft "herausgeworfen". Jetzt wäre nun die Möglichkeit für uns Pseudo-Backpacker (damit meine ich Jens und mich, da Nina und Marco wahrlich nicht das erste Mal mit Backpackrucksäcken unterwegs waren) mehr als einen Kilometer mit dem riesen Ding auf dem Rücken herumzulaufen. Aber der Bus war noch nicht weg, da hielt das nächste Auto an und der Fahrer fragte uns, ob er uns mitnehmen sollte. Gesagt, getan... und noch einen Briten mit eingepackt. So fuhren wir mit sechs Personen und mehreren großen wie kleinen Rucksäcken in einer klapprigen Kiste gen Unterkunft. Da die alte Kiste an Auto natürlich keine Klimaanlage hatte, dafür aber einen kaputten, stinkenden Auspuff, der das komplette Ding in einen Brutkasten verwandelte, waren wir froh, als wir in den Pool hüpfen und ein kühles Bier dazu trinken konnten. Allerdings war es auch die einzige Unterkunft mit Pool, die wir auf Borneo hatten und somit der einzige Luxus, ansonsten war Abenteuer angesagt. Und an einem Abend gab's auch schon die erste Aufregung, als in einem der großen Schlafräume ein Skorpion entdeckt worden war. Nicht tödlich, aber er könnte einen schon mal zwei Tage ausser Gefecht setzen. Sehr beruhigend! Aber wir haben zum Glück nicht in diesem Bereich geschlafen, sondern hatten unsere Zimmer an der anderen Seite der Anlage, die übrigens echt schön angelegt war. Die Häuser standen auf Stelzen und waren mit Stegen verbunden, dazu viel Grün und Wasser drumherum.

Busbahnhof Kota Kinabalu,
hier rissen sich die Busunternehmen drum, einem die Rucksäcke zu tragen und zum Ticketschalter zu bringen, damit man ja bei ihnen die Fahrkarten kauft.



In Sepilok gibt es ein Orangutan Rehabilitations Zentrum. Kranke Orangutans werden aufgenommen und gesund gepflegt, Waisen aufgepeppelt und es wird ihnen beigebracht, wie sie im Regenwald überleben können. Denn das Ziel ist, jeden Orangutan wieder in die freie Wildbahn zu entlassen.
Touristen können sich zweimal täglich eine Fütterung anschauen, sich mit Filmen über das Projekt informieren und eine kleine Wandertour durch den Regenwald unternehmen.
Die Fütterung war - auch wenn sie einen Zoo-Charakter - super interessant und lustig, da einige Makaken den Orangutans die Bananen streitig machten. Zum Fütterungs-Plateau läuft man über einen Holzsteg durch ein Stück Regenwald. Nach einiger Wartezeit sieht man dann die Orangutans, wie sie langsam ringsherum aus dem Regenwald herschwingen. Wenn man Glück hat, sitzen sie auch vorher schon in den Bäumen direkt am Plateau. Und es ist unglaublich: jeder Orangutan hat wie jeder Mensch ein anderes Gesicht, ein anderes Verhalten und witzigerweise sogar eine andere Frisur. In diesem Zentrum konnte man sie also zum Greifen nah und ohne Zaun o.ä. sehen, aber noch schöner war, als wir sie Tage drauf in freier Wildbahn sehen konnten.







Dies ist zwar eine riesige Motte, die Ninas Gesicht besonders gern hatte, aber
es gibt hier unglaublich viele schöne und vor allem riesige Schmetterlinge.

Zurück zu den Affen:
Orangutans kann man nur noch auf Borneo und Sumatra in freier Wildbahn erleben. Wirklich schade. Aber es ist auch kein Wunder, wenn man sieht, was mit all dem Regenwald passiert. Es war während all den Busfahrten und aus dem Flieger zu sehen, dass riesige Flächen Regenwald für Palmölplantagen weichen mussten. Ein trauriger Anblick!
Mit den Nasenaffen ist es das gleiche Spiel, allerdings ist ihr Lebensraum nur noch auf Borneo beschränkt. Und diese Affen sind echt super.

Ein trauriger Beweis: Palmölplantagen

So sollte es aussehen

Vom Flieger leider nicht zu erkennen, was verbrannt wird, aber trotzdem ein
trauriger Anblick:

Unterwegs auf einem Markt




Bei unserer ersten Riverboatstour konnten wir sowohl unseren ersten freien Orangutan wie auch unsere ersten Nasenaffen erleben. Witzige Tiere! Mit einem Boot mit höchsten acht Personen fährt man flußauf- bzw. -abwärts und sieht sie direkt am Ufer in den Bäumen. Darunter noch einige andere Affenarten wie Makaken und Silver Leaf Monkeys. Am gleichen Tag haben wir noch eine Höhle besichtigt, in der Vogelnester gesammelt oder besser gesagt "geerntet" werden. Wer im Hongkong Bericht aufgepasst hat, weiss vielleicht noch, was man mit Vogelnestern macht. Richtig, eine Suppe kochen. Allerdings sahen die Nester, die wir in Hongkong gesehen haben, anders aus. Also in dieser Höhle werden Schwalbennester gesammelt, die man aber nur in bestimmten Monaten "ernten" darf. Dann werden sie nach China verkauft, wo man sehr viel Geld dafür bezahlt, dass man daraus eine Suppe kochen kann. Unglaublich, wenn man sieht, wie eklig die Dinger aussehen. Imposante Höhle, aber voller ekeliger Kackerlaken, die aber einen guten Zweck erfüllen, da sie nämlich den Sch... der Vögel und Fledermäuse abtragen - sonst würde er wohl bis an die Decke reichen. Gestunken hat es trotzdem bestialisch!


Kackerlaken,...dieser Anblick ist noch harmlos....


Das Vogelnest!

Pig Tail Makake


Der abenteuerlichste Trip war und da kann ich, glaub ich, für alle vier sprechen: Uncle Tan Wildlife Adventures! Das Camp lag mitten im Dschungel an einem Fluss (Kinabatangan River) und daher nur mit kleinen Booten zu erreichen. Die Bootsstege zum Camp hatten schon bessere Zeiten gesehen, denn sie hingen schief im Wasser. Wie irgendwie alle Bootsstege, über die wir bisher gehen mussten. Der Fluss hatte durch Regen einen hohen Wasserstand und die starke Strömung hatte ihnen überall anscheinend stark zugestetzt. Die Unterkünfte bei Uncle Tan sind super einfach: eine offene Holzhütte auf Stelzen mit Matratze und Moskitonetz. Geteilt hat man sich die Hütte mit sechs Personen. Duschen gab es in dem Sinne nicht, aber man konnte sich mit Regenwasser (wenn man Glück hatte) oder Flusswasser (wenn man weniger Glück hatte) duschen/waschen. Alle Hütten, wie auch die Toiletten, sind mit Holzstegen verbunden, da es doch recht nass werden kann, heisst ja nicht um sonst "Regenwald". Aber alles recht neu. In der Regel bleibt man drei Tage, die bei uns aber auch komplett mit Touren ausgefüllt wurden, so dass man schwer beschäftigt war. Die Gruppe, mit der wir die drei Tage im Camp verbringen sollten, wurde in drei kleinere geteilt, um auch auf den Touren Tiere zu sehen. Manchmal hatte ich aber eher das Gefühl, die Tiere (bes. die Affen) sehen uns an und nicht umgekehrt. Den ersten Abend haben wir eine Nachttour mit einem Boot unternommen, es hat zwar geregnet, aber gerade deswegen war es so unglaublich, was die Guides bei der Dunkelheit und trotz Regens alles erkennen. Mit einem kleinen Scheinwerfer ausgerüstet, war es für sie kein Thema vom kleinen Frosch über Schlange, Vogel bis zum Affen alles zu finden.
In der ersten Nacht hat es geschüttet und tausend Dinge sind auf das Wellblechdach gefallen, so dass bei unseren Nachbarn sogar riesige Dellen im Dach entstanden. Ab Mitternacht wurde das wenige Licht, womit die Wege zu den Toiletten beleuchtet wurden, abgeschaltet, so dass der nächtliche Toilettengang mit Taschenlampe auch zum Abenteuer wurde. Ohne Licht war es im Wald echt stockduster! Morgens wurde man von einer schreienden Horde Makaken geweckt, die sich regelmässig in den Haaren lagen und irgendwelche Früchte auf's Dach warfen. Den ersten Morgen hatten wir sogar Glück, das sich Fireflies (eine Art Käfer, die im Dunkeln leuchten können) in unsere Hütte verirrten. Es sieht schon toll aus, wenn man im dunklen Wald irgendwo diese leuchtenen Käfer herumfliegen sieht. Vor dem Frühstück ging's noch auf eine Bootstour, auf der man auch wieder tausende Makaken sehen konnte. Man unterscheidet sie am Schwanz: long tail und pig tail, letztere können ganz schön aggressiv werden, deshalb nie anlächeln, "Zähne zeigen" ist bei ihnen ein Zeichen für Aggressivität und da ist mit diesen Affen nicht zu scherzen. Aber es gab noch mehr zu sehen: Silver Leaf Monkeys, Nasenaffen, Nashornvögel, Eisvögel,...und alles ganz einfach von einem kleinen Boot aus. Dagegen brachte uns dann später die Vormittagswandertour durch den Regenwald mehr zum Schwitzen. Mit Gummistiefel und Leechsocken ausgerüstet, ging's erst mit Boot und dann zu Fuss durch den Dschungel. Wer mich jetzt fragt, was Leechsocken sind: Stoffsocken, die bis zum Knie gehen und über die Hosenbeine gezogen werden, damit man sich lästige Blutegel vom Leibe halten kann. Gott sei Dank, hatten wir bei Onkel Tan keine Probleme, aber in Sepilok hatte Jens das Vergnügen eines Egels, den er aber schnell bemerkte und genauso schnell wieder los war. Auf dieser Tour wurde uns zu dem Thema Flora einiges erklärt, nebenbei wurde uns jedes Insekt, jede Echse etc. erklärt, die uns auf dem Weg begegneten und das waren nicht wenig. Teilweise ziemlich bizarr und super getarnt. Auf dem Rückweg mit dem Boot ging natürlich das Benzin aus und wir dachten schon, das wir jetzt Stunden in der Sonne braten müssen bis Nachschub kommt, aber unerwarteterweise, waren die Jungs gut organisiert. Aber man hatte bei ihnen dauernd das Gefühl, dass sie auf Dauerurlaub sind. Quasi ein Ferienlager für die, die auf der richtigen Seite der 30er stehen. Aber super nette Kerle. Die Truppe von Guide bis Koch ist zwischen 17 und 30 Jahre alt und lebt fast das ganze Jahr im Dschungel, spielen Fussball, schwimmen im Fluss (obwohl es Krokodile im Fluss gibt; wir haben leider keine gesehen, auch wenn ein Guide bei der Nighttour behauptete, die Augen gesehen zu haben), hauen sich abends mit Reisschnaps die Hucke voll, spielen den ganzen Tag Gitarre und singen dazu Lieder.

Die letzten Einkäufe vor Uncle Tan

Office bei Uncle Tan


Auf geht's zu Uncle Tan



Erste Abend bei Uncle Tan und es hat geschüttet!
Wichtiges Utensil: Regencape!

Unser "Schlafzimmer" bei Uncle Tan

Uncle Tans Dschungel Camp




Waschtag am Fluss

Einer der wenigen Bootstege, der nicht halb weggespült war.

Geht aber auch anders:

Nashornvogel




Wenn man wollte, konnte man Fischen gehen. Jens schwer begeistert, während wir drei anderen eher verhalten reagierten. Aber ich war danach doch froh, mit Jens Fischen gegangen zu sein, denn es hat tierisch Spass gemacht. Von Tuten und Blasen zwar keine Ahnung, aber ich hatte als erste einen Fisch an der Angel. Aber was nun? Jetzt hatte ich das zappelnde Ding am Haken, ausserdem wusste ich gar nicht, dass die Dinger Laute von sich geben können. Denn dieser Fisch hatte komische Geräusche von sich gegeben und gar nicht so leise...Da nun die Flossen anscheinend "giftig" sind, hat unser Guide das "vom Haken nehmen" für mich erledigt, wie eigentlich auch das Wurm ausbuddeln und an den Haken schieben. Zwar habe ich letzteres versucht, aber die Würmchen sahen dann etwas lächerlich, so dass Jens mir helfen musste und mein Angeln eigentlich nur aus Werfen der Rute bestand, was aber tierisch Spass gemacht hat. Abends gab's dann den Fisch frisch zubereitet auf den Tisch.



Nachmittags gab's wieder eine Bootsafari und am späten Abend eine Nachtwanderung. Und die war super! Viele bunte Vögel, teils schlafend, komischerweise haben sie sich von unseren Taschenlampen nicht stören lassen. Tierisch Glück hatten wir, als ein Civet, eine Wildkatzenart, genau an uns vorbei schnüffelte, ohne sich stören zu lassen. Anscheinend war es erst das zweite Mal, dass der Guide (in seinen sieben Jahren bei Uncle Tan) so einen Civet während seiner Nighttour zu Gesicht bekommen hat. Glück muss man eben haben...
Am letzten Tag hatten wir noch mal tierisches Glück, als wir mehrere Orangutans und einen Gibbon in den Bäumen fanden. Uncle Tan war also ein Highlight!

Ein paar Bilder aus unsere Nachtwanderung



Civet


Nasenaffe




Long Tail Makake

Nasenaffe

Gibbon

Orangutan

Uncle Tans Team


Bye, bye!



Nächstes größeres Ziel sollte der Mulu Nationalpark (Sarawak) sein. Eigentlich wollten wir mit dem Bus und dann mit dem Boot hin, aber die Busfahrt hätte zu viel Zeit gekostet und bei der Bootsreise, war nicht gewährleistet, dass immer ein Boot fährt, nun hatten wir in Sepilok schon das Problem entdeckt und dort dann auf Fliegen umgesattelt. Das hiess, eine Nacht in Sandakan (Sabah), dann mit dem Flieger nach Kota Kinabalu, von dort nach Miri (Sarawak), wo man ein zweites mal immigrieren musste, obwohl alles Malaysia ist und wir doch nur in zwei unterschiedlichen Bundesstaaten unterwegs waren. Zuletzt von Miri nach Mulu (Sarawak). Der Knaller: der Rückflug von Mulu war ausgebucht, also was nun: Buisness fliegen. War jetzt Gott sei Dank nicht so teuer, außerdem blieb uns auch keine andrere Wahl. Aber Schwachsinn, dass es das überhaupt zwischen diesen Orten gibt. Also gab's für 45 min noch Essen inklusive Tischedecke.

Apotheke in Sandakan

Der Mulu National Park liegt in Sarawak in der Nähe von Brunei. Dort gibt es noch primären Regenwald. Schon vom Flieger konnte man sehen, das der Regenwald hier viel dichter ist im Gegensatz zum jüngeren sekundären Regenwald. Der Wald ist nicht nur dichter, die Baumstämme sind auch wesentlich dicker. Sehr gut Aussicht hat man, wenn man über einen Canopy Walk laufen kann. Lange Hängebrücken werden von Baum zu Baum gezogen, so dass man in ca. 35m Höhe durch die Baumkronen wandern kann.


Anflug auf Mulu

Flughafen Mulu National Park

Canopy Walk





Natürlich konnte man im Mulu Park wieder viele Wander-/Trekkingtouren unternehmen. Wir haben sowohl geführte Touren als auch uns selbst auf den Weg gemacht. Es gab wieder tausende Vögel, Insekten, Echsen oder auch wieder die Miniaturausgabe von Eichhörnchen, die wir auch schon bei Uncle Tan gesehen hatten. Eine Nachtwanderung stand auch wieder auf dem Plan, zwar hatten wir einige Tiere schon bei Uncle Tan gesehen, aber man glaubt gar nicht, was es alles vor allen Dingen an seltsamen Insekten gibt. Besonders war allerdings eine Vogelspinne, die sich leider nach kurzer Zeit in ihren Bau zurückgezogen hatte. Affen haben wir hier nicht gesehen, aber es gibt einige mehrtägige Bergtouren, auf denen man auf Makaken trifft. Auf einem Hinweisschild für eine der Touren stand, dass man bitte keine Makaken füttern sollte. Es gäbe einige Pig Tail Makaken, die aggressiv geworden sind und Touristen auch beklaut hätten. Besonders die Männchen würden auf die weiblichen Touristen "abfahren". Knaller! Mulu heisst auf alle Fälle viel wandern/laufen. Ich weiss nicht wie viele Kilometer wir insgesamt in Mulu gelaufen sind, aber die Füsse waren abends platt. Somit hatte man sich ein Päuschen auf der Veranda des Restaurants redlich verdient. Einige Spiele Siedler und Uno haben uns dann die Energie zurückgebracht.




Riesen Viech!


Im Mulu Park kann man einige Tropfsteinhöhlen besichtigen oder auch beklettern. Mulu hatte bis vor kurzem noch die weltgrösste Höhlenpassage, aber irgendwo ist was eingestürtzt und somit haben sie nur noch die weltgrösste Höhlenkammer. Wir fanden es immer noch riesig. Zu einigen Höhlen fährt man mit einem Longboat (schmales Boot, in dem man nur einzeln hintereinander sitzen konnte) hin. Da wir auf dem Hinweg stromaufwärts fuhren und es einige kleinere Stromschnellen gab, die einen niedrigen Wasserstand hatten, hiess es für manche aussteigen. Zwischenstop gab's in einem Dorf, in dem man auf einem Markt einiges Kunsthandwerk kaufen konnte wie z.B. Blasrohre, die nicht nur gut aussehen, sondern zu Jens Erstaunen hervorragend funktionieren, auch Armreifen, Nasenflöten usw. Die Höhlen waren wirklich riesig. Eine Höhle war voller Fledermäuse und am späten Nachmittag konnte man dann beobachten, wie sie aus der Höhle fliegen, um auf Futtersuche zu gehen. Das waren Millionen. Eine riesige lange schwarze Schlange war am Himmel zu sehen, die nicht abzureissen schien, nur Fledermäuse!

Longhouse

Nasenflöte

Französische Toiletten gib's hier auch überall...




Fledermäuse

Ca. 15 m von unserer Unterkunft bzw. von unserem Restaurant, wo jeden Abend mehrere Gäste draussen auf der Terrasse sassen, lag eine Schlange im Baum. Eine Viper Art, wieder mal nicht ungiftig! Aber hübsch war sie trotzdem. Hier interessiert das keinen der Einheimischen, ob da eine giftige Schlange in der Nähe vom Haus liegt. Gehört ja nun mal zur Natur. Trotzdem waren wir froh, dass sie sich während der Tage dort nicht vom Fleck bewegt hat.


Auf der Ladefläche vom Jeep vom Camp zum Flugahafen.


Rückflug von Mulu über Miri nach Kota Kinabalu, unsere letzte Station auf Borneo. Kota Kinabalu hat nicht all zu viel zu bieten, aber einen netten Night-Food-Market.


Wir haben irgendwie tausend Fotos geschossen und man hat das Gefühl, dass man vier Wochen auf Borneo war, weil man dauernd unterwegs war, aber es waren nur zwölf Tage. Viel zu kurz, auch wenn wir nach einigen Tellern gebratenen Reis und gebratenen Nudeln froh waren, mal wieder etwas anderes essen zu können. Die Insel ist so riesig und man kann so viele tolle Sachen machen, dass ein zweiter Besuch nicht ausgeschlossen ist.
Also der Borneo Urlaub ging wirklich viel zu schnell vorbei, wir sehen uns heute noch, wie wir in Hamburg mit Marco und Nina im Ti Breizh Mittagessen waren und die beiden uns strahlend mitteilten, dass sie im Juli kommen würden. Aber der gemeinsame Urlaub ist ja mit Borneo noch nicht vorbei gewesen. Mit Pause in Singapore ging's dann für fünf Tage auf eine winzige Insel vor der Ostküste Malaysias. Rawa Island.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Fotomix



Ausflug Botanischer Garten mit den Mädels







Lunch beim Japaner


Toller Ausblick vom Swissôtel The Stamford



Singapore bei Abenddämmerung


Boat Quay



Arabisches Viertel


Feier anlässlich des 4.Jahrestags des Museums für malaiische Geschichte und Kultur
(Jens beim Bogen schiessen)


Zu Gast bei...


Amy, die ich im British Council kennengelernt habe. Sie zieht jetzt nach 3 1/2 Jahren Singapur zurück nach China. Aus diesem Grund hatte sie uns Mädels zu einem Abschiedsessen eingeladen. Da sie zur Untermiete bei Singapurern lebte, hatte man die seltene Möglichkeit, sich einmal die Wohnung und den Wohnkomplex der einheimischen Bevölkerung von Innen anzusehen. Allerdings scheint manchen Chinesen der Sinn nach Gemütlichkeit völlig zu fehlen, etwas spartanisch eingerichtet und ziemlich ungemütliches Licht - aber das Thema mit Ambiente und Essen hatten wir ja schon mal. Dafür war der Tisch um so reichlicher mit Gerichten gedeckt. Acht Personen, acht Gerichte (siehe letzter Bericht). Alles hat sehr gut geschmeckt und Amy und ihr Mann haben sich wirklich Mühe gegeben, uns die typische Küche ihrer chinesischen Region näher zu bringen. Rind, Schwein, Huhn und Gemüse in verschiedenen Variationen. Allerdings war ein Gericht dabei, was nicht der traditionellen chinesischen Küche entspricht. Chicken Wings in dunkler Sojasauce und Cola gegart/gebacken. Hört sich komisch an, schmeckte aber gut. Ein Beweis dafür das Cola so viel Zucker enthält, dass es zum Karamelisieren reicht. Der Nachtisch war nicht so mein Ding. In einem süßen Sud aus mehreren Gewürzen waren eine Art hellbeige getrocknete Algen/Pilze (irgendwas aus dem Meer, genauer konnte sie es nicht beschreiben) eingelegt worden, die sich durch die Flüssigkeit vergrößert hatten und wieder weich wurden. Zumindest soll es sehr gesund sein. Als Getränk gab es unter anderem Sojamilch, aber selbst hergestellt. Anscheinend besitzen viele Asiaten eine spezielle Maschine zur Sojamilchherstellung, so wie wir Deutschen den Brotbackautomaten. In diese Maschiene (eine Art Mixer mit Heizquelle) werden Sojabohnen und Wasser in bestimmter Menge hineingegeben und darin mehrmals aufgekocht und gemixt, bis es vollständig zu einer dickflüssigen Milch geworden ist. Man trinkt sie heiss oder kalt.


Wer jetzt Schüsseln zählt, wird neun zählen, aber das grüne Gemüse ist nur in zwei Schüssel verteilt worden.

Treffen bei Chantal


Dienstag, 7. Juli 2009

Allerlei

Bus Tickets für Kinder werden nicht nach Alter sondern Grösse verkauft (90cm bzw. 120 cm)

Matrazen: Standardlänge nur 1,9m, nichts für grosse Menschen...

Abkürzungen: Singapur ist die Stadt der Abkürzungen: MRT= Mass Rapid Transit, ERP Electronic Road Pricing, SBS= Singapore Bus Service, FIN= Foreign Identification Number, PIE= Pan Island Expressway, CBD= Central Buisness District, NETS=Network for Electronic Transfers, HDB= Housing Development Board, CTE= Central Expressway, URA= Urban Redevelopment Authority, STB= Singapore Tourism Board, EDB= Economic Development Board, IES= International Enterprise Singapore usw

Chinesen-Lebensweisheit in die Wiege gelegt: Nachdem uns im Botanischen Garten ein Singapurer (Chinese) eine ganze Weile seine Lebensweisheiten dargeboten hatte, haben wir in Chinatown letzten Sonntag etwas ähnliches erlebt. Fing -wie immer- harmlos an. Wir waren in einem Laden mit alten chinesischen Möbeln und Gegenständen, mal einfach etwas herumstöbern und bummeln. War auch sehr interessant. Der Verkäufer gab dann ein paar Erklärungen zu alten Gebräuchen und Gegenständen, z.B. erklärte er den Unterschied zwischen Opiumpfeifen von Frauen und Männern oder wie ein Feng Shui Kompass funktioniert. DAS war dann allerdings seine Überleitung zu einem Vortrag über "positive Energie". Er erzählte dann, dass ihm so manch ein Kunde schon bei Gesprächen seine positive Energie entzogen hätte. Irgendwann fing er an zu hüsteln..."... aah...ich spüre, dass einer von euch beiden meine positive Energie aufsaugt...". Vielleicht hätte er lieber während seines Vortrages mal ein Schluck Wasser trinken sollen... Trotzdem war es sehr interessant, auch wenn man diesen Vortrag über Lebensweisheiten in die Schublade "misslungendes Verkaufgespräch" legen kann, denn den Kompass haben wir trotz "positiver Energie" nicht gekauft.

Singlish: Englisch ist nicht immer Englisch. Hier spricht man Singlish: "No more, lah", "No need", "OK,lah", "Very funny, lah" und die Antwort, ob etwas möglich ist oder nicht: "Can, can" oder "Cannot"

Schönheitsideal weisse Haut: Während in Deutschland sich ein Sonnenstudio nach dem anderen reiht, sehnt man sich hier nach weisser Haut. Anstatt Bräunungscreme gibt es Bleichcreme. Weisse Haut ist hier wahrscheinlich immer noch ein Zeichen von Wohlstand.

Massagen: Es gibt unglaublich viele verschiedene Sorten, relativ günstig und an jeder Ecke zu bekommen. Letztes WE haben wir uns noch eine gegönnt. Allerdings hätte sich Jens lieber eine andere Sorte auswählen sollen. Man hat ihn "fertig gemacht", allerdings mit Vorwarnung ("It's a little bit painful...")... naja, wenn jemand mit Knien und Ellenbogen auf einem herumläuft, kann man nachvollziehen, wie es ihm dabei erging. Meine Massage war mal wieder super! Endlich mal während der Massage entspannen! In Deutschland wird man dabei immer zu gequatscht, wie soll man da relaxen?
Irgendwann möchte ich noch mal "Fish-Spa" ausprobieren, ist zwar keine Massage sondern eher eine Herausforderung der Lachmuskulatur. Normalerweise macht man das z.B. als Psoriasisbehandlung. Man hält seine Füsse, Beine etc in ein Wasserbecken mit tausend kleinen Fischen, die dann alte Hautschuppen abzupfen. Danach ist die Haut super weich und für die, die Problemhaut haben, ist es eine Wohltat.

Schlafen: Geschlafen wird überall. Singapurer schlafen sogar in den auf 15°C klimatisierten Bussen, in der MRT oder auch bei IKEA in der Bettenabteilung (gerade noch erlebt, dachte schon ich bin live bei Loriot)

Name: In der Schule habe ich festgestellt, dass viele Asiaten gar keinen asiatisch klingenden Namen haben. Komisch dachte ich, bei echten Singapurern kann ich es ja nachvollziehen, schliesslich ist Englisch Amtssprache, aber meine Mitschüler kommen ja aus China, Japan etc.
Weil aber manche asiatische Namen für viele in Singapur so schwer auszusprechen sind, haben viele einen zweiten Namen: Amy, Iris, Doris, Jess, Ann,... Danke!

Handzeichen: Wichtig zu wissen, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Amy (eine Chinesin) hat mir das chinesische zählen per Hand so erklärt. 1-5 ist noch einleuchtend:
1=Zeigefinger, 2-4= die jeweilige Anzahl der anderen Finger dazu (NICHT Daumen benutzen), 5= ausgestreckte Hand, so jetzt kommt's: 6= Daumen und kleiner Finger, 7= alle fünf Fingerspitzen zusammengehalten, 8= Zeigefinger und Daumen (so also niemals bei Bestellung für zwei benutzen), 9= gekrümmter Zeigefinger, zehn wusste sie leider nicht genau. Japaner zählen noch wieder anders...
Wo wir gerade bei Zahlen sind: Aberglaube und Zahlen
Chinesische Glückszahlen sind auf alle Fälle gerade Zahlen (Ausnahme 9, komme ich später noch zu); also bei Geschenken eine gerade Anzahl an z.B. Geldscheinen verschenken, bei festlichem Essen wird auf eine gerade Anzahl an Gästen bei Tisch geachtet, um Unglück fernzuhalten. Selbst beim Servieren der Gerichte wird darauf geachtet, dass es eine bestimmte Anzahl ist, z.B. fünf Gerichte bei Trauerfeiern, bei bis zu acht Gästen je ein Gericht pro Person, bei zwei weiteren Personen je ein Gericht dazu, aber niemals neun, das ist die höchste Glückszahl, die dem Kaiser (auch wenn's den nicht mehr gibt) vorbehalten bleibt. Vorsicht, Asien ist nicht gleich Asien! Sieht bei Indern schon wieder anders aus, da sind, glaub ich, die ungeraden Zahlen wieder Glück bringend oder so...
Farbe: Chinesische Glüchsfarben: Gold, Rot, Rosa. Trauerfarben: Weiss, Blau, Schwarz.

Stäbchen essen: Bloss nicht beim Essen mit einem Stäbchen in der Luft herumfuchteln! Man fuchtelt ja bei uns mit Messer auch nicht wild herum, auch wenn dieses etwas gefährlicher aussehen würde. Also beide Stäbchen auf den Schalenrand legen, wenn man sie nicht mehr braucht. Achtung: Überkreuzt auf die Schale gelegt, soll anscheinend bedeuten, dass man nicht satt geworden ist.

Rücksichtnahme: An der MRT (U-Bahn) warten bis alle ausgestiegen sind, bevor man einsteigt, hat man hier noch nicht gelernt, auch wenn es extra noch auf dem Boden markiert ist.
Anderes Beispiel: Defensives Fahren! Wie war das noch mit vorausschauendem und rücksichtsvollem Auto fahren? Deutsche fahren ja gern mal zu schnell oder drängeln, auch nicht gerade defensiv... Aber auch hier ist defensives Fahren ein Fremdwort, allerdings meine ich nicht zu schnelles Fahren: Gerade heute hatte ich mal wieder ein Schlüsselerlebnis: Also ich sass im Shuttle Bus auf dem Weg zum British Council. Man stelle sich ein Wohngebiet mit Strassen vor, in denen immer mal wieder ein Auto parkt. So, wir mit unserem Bulli dadurch, irgendwann wird die Strasse wegen parkender Autos schmaler, Gegenverkehr kommt dazu. Zack: FESTGEFAHREN! Und fragt nicht wie... Jetzt sind die Nebenstrassen hier nicht wirklich eng, so dass dicke zwei Autos vorbei passen, aber die Leute hier schaffen es immer wieder, sich komplett fest zufahren, da keiner darauf achtet, was vor ihm los ist. Vielleicht besitzen sie auch keinen Rückwärtsgang, denn der würde (so wie heute) so manches Problem lösen, aber nee...Ich glaube, Rücksicht scheint hier manchmal ein Fremdwort zu sein, zumindest gegenüber unbekannten Mitmenschen. Man wird auch gerne mal umgelaufen,...Vielleicht ist das eine chinesische Eigenschaft... und da hier der chinesische Einfluss überwiegt und man bedenkt, dass in China über 1 Milliarde Menschen leben, kann man das vielleicht auch nicht erwarten...

Lautstärke: Während Japaner leises und eher schüchternes bzw. reserviertes Verhalten an den Tag legen, sind Chinesen das glatte Gegenteil. Ob im Restaurant oder im Kaufhaus, sie unterhalten sich in einem tierischen Lärmpegel, egal wo...
In den ersten Singapur Wochen erzählte mir eine Chinesin, ihr sei aufgefallen, dass es in den Kaufhäusern in Wien und München so leise war...Zuerst hab ich mich gewundert, jetzt versteh ich, warum sie das so besonders erwähneswert fand.

Wochenende: Viele Singapurer verbringen den Samstag und Sonntag mit Shoppen, das bedeutet, dass die beliebten Shopping Malls (und davon gibt es hier einige) super voll sind. Irgendjemand behauptet sogar, dass Singapurer ihre Freizeit in Kaufhäusern und Restaurants verbringen würden, um die teuren Kosten für die Klimaanlage zu Hause zu sparen....und da würde man wirklich einiges sparen!

Schuhe kaufen: Eine beliebte Freizeitbeschäftigung, die man Frauen nachsagt. In Deutschland konnte ich dieser These nicht gerecht werden, da mit Schuhgrösse 36/37 die grosse Auswahl eher in der Kinder- als in der Damenabteilung zu finden war. Und hier - auch nicht! Zwar wird man endlich mit Schuhgrösse 36/37 überschüttet, aber die Damen hier laufen -wahrscheinlich wegen ihrer kleinen Körpergrösse- liebend gern auf Highheels, so dass es wieder schwierig wird, hier Schuhe ohne Absatz zu finden. Dafür kann man aber herrlich seinen Schrank mit Flip Flops vollstopfen...

Wäsche trocknen: Wenn die Singapurer ihre Wäsche trocknen, ergibt sich häufig ein seltsames Bild: Da viele Singapurer keinen Balkon oder Wäschetrockner haben, werden mehrere Wäschestücke auf langen Stangen gereiht zum Trocknen aus den Fenstern der Hochhäuser gehängt. Sieht bei einem zwanzigstöckigem Wohnhaus schon komisch aus.

Öffentliche WCs: Im Gegenteil zu Deutschland sauber und überall zu finden, allerdings muss man sie auch in vielen Restaurants und Bars aufsuchen, da diese häufig keine eigenen WCs besitzen. Also lieber nicht auf den letzten Drücker warten, denn es ist manchmal nicht gleich um die Ecke oder sofort zu finden, wenn schnell gehen soll...

Singapur: Ein Regelwerk von Gesetzen und Verboten. Die Sache mit den Kaugummis kennt jeder... und hier sieht man auch wirklich keins auf der Strasse kleben. Super - endlich mal ohne Kaugummi am Schuh durch die Stadt laufen! Allerdings gibt es auch viele Verbote, die auch hier nicht eingehalten werden, ohne dass etwas passiert, wie z.B. bei Rot über die Ampel gehen (was bei der Bevölkerungsgrösse aber relativ selten vorkommt).
Vielleicht scheint es aber auch nur auszumachen, wer Regeln nicht einhält: Ob z.B. der arme Gastarbeiter von den Philipienen oder der weiße Tourist. Der Tourist wird im Taxi durch Schilder darauf hingewiesen, dass er sich anschallen sollte, währenddessen sich anscheinend keiner für die Sicherheit der Gastarbeiter/Bauarbeiter im Strassenverkehr interessiert, die mit 20 Mann auf der Ladefläche von Kleinlastern jeden Tag zur Baustelle gebracht und wieder abgeholt werden.