Montag, 15. März 2010

Pulau Ubin und Bukit Timah Hill

Wie lerne ich meine neue Heimat kennen? Um den höchsten Punkt auf Singapore zu "erklimmen" und Singapore "ursprünglicher" erleben zu können, sind wir ins Bukit Timah Reserve und auf die Insel Pulau Ubin gefahren. Auf Pulau (=Insel) Ubin, so sagt man, erlebe man noch altes Singapore mit Urwald und ohne Hektik und Strassenverkehr. Was soweit auch stimmt, denn man darf sich dort nur zu Fuss oder per Fahrrad fortbewegen, Urwald stimmt auch. Man sollte sich aber nicht all zu viel davon versprechen, denn viel mehr gab's auch nicht zu sehen.


Nach Ankunft mit einem kleinen Boot ging's erstmal zum Fahrradverleih. Davon gab's reichlich, ich frage mich, wenn alle Fahrräder verliehen werden, ist an "keine Hektik und Ruhe" auch nichts mehr dran, besonders bei den Fahrkünsten mancher Singapurer... Auweia...
So'ne Fahrradtour macht ziemlich hungrig, aber VORSICHT bei diesen Kleinigkeiten!!!

Sicht auf Singapore City

Mangroven

Bukit Timah Reserve - gleich bei uns um die Ecke
Dazu fällt mir ein, dass ein Arbeitskollege von Jens direkt am Reserve wohnt und erzählte, dass er wegen diesen niedlichen Nachbarn seine Kinder nicht mit Essen nach draussen schicken kann... und noch besser: Er hat sich einen Hund gekauft, nicht weil er immer schon mal einen haben wollte, sondern wegen der Schlangen, die sich gern mal im Garten blicken lassen. Huaah!




Auf dem Weg durch den Urwald gibt's so einige nette Schilder
Hallo?
Ah ja
Ein Überblick über die Wanderwege
Nicht gerade die Alpen, aber bei 90% Luftfeuchtigkeit und 33°C ist das "Erklimmen" trotzdem schweisstreibend.

Samstag, 27. Februar 2010

Chingay Parade 2010

So, was war noch so los.
Ach ja, zum chinesischen Neujahr gab's noch eine Parade, dem Karnevalsumzug in Köln ähnlich, hier aber mit Minister-Presidenten + Ansprache, Feuerwerk und lautem Getöse! Der Alkoholkonsum ist zwar nicht annähernd der gleiche, aber es gab Bier gratis - Wir waren erstaunt! Der Umzug war bis ins kleinste Detail organisiert, wie immer...Nichts wird dem Zufall überlassen. Der Festumzug verlief entlang der Tribünen von F1 Start- und Ziellinie. Je nach Tribünenabschnitt sollte man sich rot, gelb oder blau kleiden, dazu bekam jeder Zuschauer zwei Pom Poms und so'ne Leuchtröhre, um besonders bei Kameraeinspielung das perfekte Bild abzugeben. Aber das muss man ihnen lassen, so etwas beherrschen sie.




Wie man sieht, haben wir uns der Kleiderordnung auch gefügt...






GONG XI FA CAI

Chinese New Year

Bei den Chinesen ticken die Uhren etwas anders, genau genommen, sie feiern ihren Jahresanfang nach dem chinesischen Bauernkalender (richtet sich nach dem Mond), also nicht am 1. Januar, sondern irgendwo zwischen Ende Januar und Mitte Februar. Das chinesische Neujahrsfest ist das wichtigste Fest für die Chinesen.
Dieses Jahr ist das Jahr des Tigers! Also alle die, die ab dem 1. Neujahrstag das Licht der Welt erblicken, sind im Sternzeichen des Tigers geboren. Übrigens kann nicht jeder rumballern und ein Feuerwerk eröffnen, wie er lustig ist, denn in Singapore gibt es nur organisierte Feuerwerke.

GONG XI FA CAI (Neujahrsgruss)

Die Vorbereitungen starten schon Wochen vorher, alles wird geschmückt, die Geschäfte überschlagen sich mit Neujahrsangeboten, jede Familie putzt Haus oder Wohnung blitzblank, damit man dem Glück Platz einräumt, wichtig: Putzen nur vor den Neujahrstagen, nicht an diesen Tagen, sonst fegt man das Glück aus dem Haus. Ähnliches gilt für's Haare schneiden, bitte vor den Feiertagen erledigen, sonst bringt es Unglück. Sind die Chinesen abergläubisch oder wie kommen sie darauf? Das hat anscheinend mit den chinesischen Schriftzeichen zu tun. Das Schriftzeichen "Haar" ist dem Zeichen für "Wohlstand" oder "Glück" o.ä. wohl sehr ähnlich, was soviel bedeutet, dass man sich mit den Haaren auch den Wohlstand bzw. das Glück abschneidet. Für Schuhe kaufen gilt das gleiche Spiel, das Zeichen für "Schuh" ist dem Zeichen "schlecht" o.ä. ähnlich, also bitte an den Neujahrstagen keine Schuhe kaufen.
Jedem unverheirateten Erwachsenen und jedem Kind schenkt man einen roten Umschlag mit Geld ("Ang Pow"), immer einen geraden Betrag. Hier in Singapore schenkt man sich noch dazu Orangen (dem Wort "reich" ähnlich), immer zwei. Da das alle machen, führt es quasi zu einem permanenten Austausch von Orangen.

An den ersten zwei Neujahrstagen (das Neujahrsfest dauert 15 Tage) trifft sich die Verwandtschaft, was in Singapore dazu führt, dass die sonst vollen Strassen, total ausgestorben sind. Geschäfte, einige Restaurants sind geschlossen, ein Taxi ist kaum zu bekommen..., somit fliegen viele Nicht-Chinesen übers verlängerte Wochenende weg. Wir haben Singapore noch nie so leer gesehen, man hätte nackt über die Strasse rennen können, es hätte keinen interessiert.

So, was passiert noch:
Drachentänze in den kommenden Neujahrstagen, dazu tanzen zwei Drachen (je zwei Personen in einem Kostüm) zu tierisch lautem Getrommel von Geschäft zu Geschäft oder auch auf Gemüsemärkten, in Schulen, Büros etc. Man reicht den Drachen Orangen. Diese werden gegessen und die Schalen und Kerne auf den Boden gespuckt. Aus der Anordnung der Kerne wird versucht, etwas für die Zukunft zu lesen. Das erste Mal, dass ich in Singapore erlebe, wie ein Saustall hinterlassen wurde, wenn auch nur für ein paar Minuten, da dann schnell fleissige Bienen den ganzen Rummel verschwinden lassen.






Dienstag, 23. Februar 2010

Karneval gibt's auch in Singapore

Die German All Stars hatten mal wieder zur alljährlichen Karnevalsparty eingeladen, die übrigens sehr gut war. Wir sind beide eigentlich nicht so Karneval begeistert, aber die Party war gut. Zu diesem Anlass wird auch immer für das Waisenhaus in Indonesien gesammelt, um Sponsoren und Patenschaften geworben.... Dieses Mal mit reichlich Erfolg!


Nur der HSV, würde Jens jetzt wohl rufen.

Vielleicht hätten diese netten Herren ihre Hüte tauschen sollen...









Samstag, 13. Februar 2010

Siem Reap (Kamdodscha) Teil 2


Da ich mittlerweile nicht nur bei meiner Familie dafür bekannt bin, viel um den heissen Brei zu reden und mich nicht kurz fassen zu können (bezieht sich im Blog auch auf die Fotos), werde ich das jetzt auch nicht mehr ändern.
Aber ich wollte Euch mal nach endlos langen Ausführungen und Fotos eine Pause gönnen. Deshalb habe ich unseren drei Tage Ausflug nach Kambodscha in zwo Teile geteilt, ja, ja, richtig gelesen: nur drei Tage. Trotz der kurzen Zeit sieht und erlebt man so viel und kann doch nur Ausschnitte wieder geben.

Ausflug zum Tonlé Sap Lake, den grössten Binnensee Südostasiens

Mit dem Tuc Tuc Fahrer vom Vortag ging's auf zum schwimmenden Dorf "Chong Kneas". Sobald man das Stadtzentrum bzw. das Touristenzentrum verlässt, steigt sichtbar die Armut. Die Menschen leben häufig in Holzhäusern bzw. -hütten, die wegen Überflutungsgefahr auf Holzpfählen stehen (teils auch schon auf Betonpfählen), auf dem See leben sie natürlich auf Booten. Es ist unglaublich, unter welchen Bedingungen die Menschen hier leben; die hygienischen Verhältnisse kann man sich vorstellen. Andererseits sahen wir unterwegs auch tolle Reisfelder, so richtig satt grün.
Von Siem Reap fährt man ca. 30-40 Minuten mit dem Tuc Tuc zum Bootsanleger.
Mit einem kleinen Boot ging's los und unser Tuc Tuc Fahrer fuhr mit, somit hatten wir unseren persönlichen "Guide". Glücklicherweise mussten wir mit niemanden das Boot teilen und waren somit flexibel.
Laut Tuc Tuc Fahrer haben sich die Verhältnisse im schwimmenden Dorf durch den Tourismus schon erheblich gebessert. Zumindest gibt es jetzt z. B. für die Kinder eine Schule und ein schwimmendes Basketballfeld. Aber wie auch bei den Tempelanlagen verkaufen hier viele Kinder irgendetwas, um das Einkommen der Familie zu steigern. Man wird unterwegs quasi von den Kindern oder auch Erwachsenen in Booten angefahren, die dann Getränke etc. zu verkaufen versuchen. Anscheinend sollen viele der Dorfbewohner Vietnamesen sein, die den Mekong hoch gefahren sind und dann hier am See ihr "Lager" aufgeschlagen haben.

Bei uns hielt unterwegs auch einiges an Booten an. Irgendwann mal fuhr uns ein Boot mit drei Kindern an. Wir dachten, dass sie wie alle anderen vielleicht Bananen oder Getränke verkaufen wollten. Aber plötzlich hielt ein Mädel uns eine kleine Python unter die Nase, ...ob wir sie nicht mal um den Hals legen wollen. Huaaah! Was für ein Schreck!

Trotz der Armut und allem Traurigem, was damit zusammenhängt, war der Trip sehr interessant und man kommt mit vielen Eindrücken zurück. Ein Besuch in Kambodscha ist wirklich zu empfehlen. Angkor Wat ist super beeindruckend und vor allem die Menschen sind so freundlich und herzlich, dass sich ein Trip dorthin wirklich lohnt.

Eindrücke von Tonlé Sap Lake




Krokodil-Farm

Kleines Mädel verkauft Bananen
Unser Fahrer mit Blick auf den See










Unser Kapitän mit seinem Sohn
Fischer












Reisfelder